Warum geht man zu einer Hundeausstellung?

 

Die Einen weil sie es müssen ....

 

.....In erster Linie sind die Ausstellungen im Grunde Zuchtschauen. Jeder Verein hat seine eigenen Vorgaben und Auflagen, wann ein Hund in die Zucht gehen darf. Der Verein mit den strengsten Auflagen, ist der Verband für das Deutsche Hundewesen, mit Sitz in Dortmund.

 

Die Hunde werden verschiedenen Zuchtrichtern vorgestellt und bewertet. Bevor ein Hund zur Zucht zugelassen wird, muss er mindestens zwei Mal mit der Note "Sehr gut" bewertet werden. Dabei werden die Merkmale mit dem Standard für die Rasse verglichen. Desweitern gibt es Auflagen, wie den Nachweis und die Auswertung eines Gutachters über HD (Hüftdysplasie), sowie die Erstellung eines DNA-Profils. Das Ablegen einer Verhaltens- und Wesensprüfung muss ebenfalls erfüllt werden.

 

Die Anderen weil sie Spaß daran haben und gerne mit Ihrem Hund arbeiten...

 

.......Oft sieht es für Außenstehende alles so einfach aus, doch schaut man hinter die Kulissen stellt man sehr schnell fest, dass das Ausstellen eines Hundes sehr viel Arbeit mit dem Tier bedarf. Nicht nur das nach Möglichkeit, der geliebte Vierbeiner wie eine Statue stehen sollte, ebenso sollte er sich von einer fremden Person abtasten lassen und die Zähne schauen lassen. 

Die meisten Aussteller haben Spaß an den Veranstaltungen und dem Austausch mit Gleichgesinnten. Es entsteht eine Gemeinschaft und Verbundenheit da alle eines gemeinsam haben und zwar die Leidenschaft

und Liebe zur Rasse. 

 

Wiederrum andere weil sie jagen ......

 

... und zwar die Titel. Bei jeder Ausstellung werden auch sogenannte Anwartschaften vergeben. 

 

Somit kann man nach bestimmter Anzahl erhaltener Anwartschaften Titel erhalten wie Deutscher Jugendchampion, Bundesjugendsieger, Deutscher Champion, Jahressieger usw..

 

Diese Anwartschaften haben bestimmte Bezeichnungen, die Bedeutungen von CAC, CACIB, BIS, BOS etc. finden Sie hier, ebenso wie die Erläuterung der Formwertnoten.

 

1. Der Zuchtrichter kann die folgenden Formwertnoten vergeben:

 

Vorzüglich (V)

Sehr Gut (SG)

Gut (G)

Genügend (Ggd)

Nicht genügend (NGdg)

Disqualifiziert (Disq)

 

In der Jüngstenklasse (6-9 Monate) kann vergeben werden:

 

Vielversprechend (VV)

Versprechend (V)

Wenig versprechend (WV)

 

 

"Vorzüglich" darf nur einem Hunde zuerkannt werden, der dem Idealstandard der Rasse sehr nahe kommt, in ausgezeichneter Verfassung vorgeführt wird, ein harmonisches, ausgeglichenes Wesen ausstrahlt, "Klasse" und eine hervorragende Haltung hat. Seine überlegenen Eigenschaften seiner Rasse gegenüber werden kleine Unvollkommenheiten vergessen machen, aber er wird die typischen Merkmale seines Geschlechts besitzen.

 

 

"Sehr Gut" wird nur einem Hund zuerkannt, der die typischen Merkmale seiner Rasse besitzt, von ausgeglichenen Proportionen und in guter Verfassung ist. Man wird ihm einige verzeihliche Fehler nachsehen, jedoch keine morphologischen. Dieses Prädikat kann nur einem Klassehund verliehen werden.

 

 

"Gut" ist einem Hund zu erteilen, welcher die Hauptmerkmale seiner Rasse besitzt, aber Fehler aufweist, unter der Bedingung, daß diese nicht verborgen werden.

 

 

"Genügend" erhält ein Hund, der seinem Rassetyp genügend entspricht, ohne dessen allgemein bekannte Eigenschaften zu besitzen bzw. dessen körperliche Verfassung zu wünschen übrig läßt.

 

 

"Nicht genügend" erhält ein Hund, der nicht dem durch den Standard vorgeschriebenen Typ entspricht, ein eindeutig nicht standardgemäßes Verhalten zeigt, mit einem Hodenfehler behaftet ist, einen erheblichen Zahnfehler oder eine Kieferanomalie aufweist, einen Farb- und/oder Haarfehler hat oder eindeutig Zeichen von Albinismus erkennen läßt.

 

Dieser Formwert ist ferner dem Hund zuzuerkennen, der seinem Rassemerkmal so wenig entspricht, daß die Gesundheit des Hundes beeinträchtigt ist. Mit diesem Formwert muß auch ein Hund bewertet werden, der nach dem geltenden Standard einen schweren bzw. disqualifizierenden Fehler hat.

 

 

Ohne Bewertung ("Disqualifiziert") darf nur der Hund aus dem Ring entlassen werden, dessen Gangwerk, Gebäude, Gebiß, Haarkleid, Hoden, Rute usw. nicht durch den Zuchtrichter kontrolliert werden kann oder wenn sich am vorgeführten Hund Spuren von Eingriffen oder Behandlungen feststellen lassen, die einen Täuschungsversuch wahrscheinlich machen. Dasselbe gilt, wenn der Zuchtrichter feststellt, daß ein operativer Eingriff am Hund vorgenommen wurde (z.B. Lid-, Ohr-, Rutenkorrektur), der über die ursprüngliche Beschaffenheit hinwegtäuscht. Der Grund für die Beurteilung "ohne Bewertung" ist im Richterbericht anzugeben.

 

 

Verwendete Abkürzungen und Ihre Bedeutung:

 

BOB

Best of Breed - Bester Hund der Rasse (Es kann nur einen geben - Rüde oder Hündin). Die Auswahl fällt im Vergleich der erstplazierten Hunde aus den einzelnen Klassen.

 

BOS

Best opposite sex - der beste Hund des anderen Geschlechts (wenn der BOB-Hund eine Hündin ist, ist der BOS-Hund der beste Rüde).

 

BIG

Best in Group - Bester Hund aus seiner Gruppe (FCI - Einteilung). Die Auswahl findet aus den BOB-Hunden der jeweiligen Gruppe statt.

 

BIS

Best in Show - Bester Hund der Ausstellung. Die Auswahl findet aus den BIG-Hunden, bzw. bei mehrtägigen Schauen zwischen den Tagessiegern statt.

 

CACIB

Anwartschaft auf den Titel "Internationaler Schönheitschampion

 

CAC-VDH

Anwartschaft auf den nationalen Titel

"Deutscher Champion (VDH)"